Brocken
Der Brocken...
ist der höchste Berg im Norden Deutschlands und des Harzes. Er liegt auf dem Territorium der Stadt Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Der Berg und seine Umgebung befinden sich im Nationalpark Harz.
Der höchste Punkt des Brockens liegt auf 1.141,1 m ü. NN. Mehrere Nebenkuppen liegen etwas darunter, unter anderem die Heinrichshöhe (1.040 m ü. NN) und der Königsberg (1.034 m ü. NN) sowie der Kleine Brocken (1.018 m ü. NN).
Die Höhe des Brockengipfels war vor 1989 in fast allen einschlägigen Karten und Büchern mit 1.142 m ü. NN angegeben. Eine neue Aufmessung des Gipfels nach dem aktuellen Messsystem Anfang der 1990er Jahre kam aber nur auf 1141,1 Meter. Um zu den alten Angaben wieder einen Bezug herzustellen, wurden Mitte der 1990er Jahre am höchsten Brockenpunkt Granitfelsbrocken aufgestellt, mit denen die frühere Höhenangabe nicht nur erreicht, sondern um ca. einen Meter überschritten wird. An diesem Gipfelstein wurde eine Höhenmarke „1142 m“ angebracht. Diese Höhenangabe auf dem oberen Schild bezieht sich auf die Linie auf dem unteren Schild.
Der Brocken ist das Quellgebiet der Flüsse Bode, Ecker, Ilse und Oder.
Am Fuße des Brockens liegt in Sachsen-Anhalt der Kurort Schierke. Der Brocken ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Deutschland. An schönen Tagen kann man von der Kuppe bis zum Großen Inselsberg in Thüringen, zum Köterberg im Weserbergland und zum Petersberg nördlich von Halle an der Saale schauen. Die abgerundete Kuppe des Brockens ist baumfrei; sie ist bewachsen mit Zwergstrauchheide. Unterhalb des Brockengipfels befand sich bis zum Jahre 1744 der Brockenteich.
Geologie
Der Brocken und sein Umfeld, das Brockenmassiv, besteht aus geologischer Sicht vorwiegend aus Granit (dem so genannten Brockengranit), einem plutonischen Gestein. Die Granitplutone des Harzes, der Brocken-, der Ramberg- und der Oker-Pluton, entstanden gegen Ende der Harz-Gebirgsbildung im Oberkarbon vor rund 300 Millionen Jahren. Zunächst drangen basische Gesteinsschmelzen in die überlagernden Sedimente ein, kristallisierten dort aus und bildeten Gabbro- und Dioritmassive, beispielsweise den Harzburger Gabbro. Etwas später stiegen kieselsäurereiche, granitische Schmelzen auf, die zum Teil in Hohlräume und Fugen der älteren Gesteine eindrangen, sich aber überwiegend durch Aufschmelzen der vorhandenen Sedimente Platz schufen. Im Grenzbereich zwischen Granit und Nebengestein, der sogenannten Kontaktzone, können vielfältige Übergänge zwischen den Gesteinen beobachtet werden. So besteht die Kuppe der Achtermannshöhe aus kontaktmetamorphem Hornfels der hier den Brockengranit überlagernden Kontaktzone. Die nachfolgende Erosion des Harzgebirges im Zuge der Harzhebung seit der Oberkreide ließ die schützende Hornfelskuppe verschwinden und auf diese Weise wurde der im Oberkarbon in der Tiefe auskristallisierte Granit freigelegt. Die vorgebliche Härte des Granits ist also nicht der Grund für die Höhe des Brockens, sondern die geologische Tatsache, dass er durch die verwitterungsresistente Hornfelskuppe lange Zeit vor der Erosion gut geschützt war.
Erst in jüngster geologischer Zeit, seit dem Tertiär, entstand die typische runde „Wollsackverwitterung“ des Granits und die Granit-Blockhalden des Brockens wurden gebildet. Solche Blockhalden sind in Mitteleuropa außerhalb der Alpen sehr selten und schutzwürdig. Ihre Entstehung erfolgte überwiegend unter periglazialen Bedingungen, das heißt im Zuge der Eiszeiten und nach deren Rückgang. Die heutigen Blockhalden des Brockengranits, aber auch in anderen Gesteinen im Bereich des Nationalparks Harz, etwa im Odertal, sind daher mindestens 10.000 Jahre alt. Bei ihrer Bildung spielte die physikalische Verwitterung, unter anderem in Form der Frostsprengung, eine entscheidende Rolle. So konnten die riesigen Berge aus locker aufeinandergestapelten Felsbrocken entstehen. 2006 wurden die Granit-Blockhalden des Brockens gemeinsam mit 76 anderen geotouristisch interessanten Geotopen als „Nationaler Geotop“ ausgezeichnet.
Klima
Der Brocken ist ein Ort extremer Wetterbedingungen. Aufgrund der exponierten Lage im Norden Deutschlands liegt sein Gipfel oberhalb der natürlichen Waldgrenze. Das Klima auf dem Brocken entspricht aufgrund des kurzen Sommers und sehr langen Winters, der vielen Monate mit geschlossener Schneedecke, der schweren Stürme und niedrigen Temperaturen selbst im Sommer einer alpinen Lage in 1.600–2.200 m Höhe beziehungsweise dem Klima Islands.
Aufgrund des markanten Höhenunterschieds gegenüber den Vorländern weist der Brocken als niederschlagsreichster Punkt im nördlichen Mitteleuropa Niederschläge im Jahresdurchschnitt von über 1400 Millimetern auf.
- Nebel an 306 Tagen im Jahr
- An 100 Tagen im Jahr von Eis bedeckt
- An 176 Tagen mit Schneedecke
- An 85 Tagen im Jahr herrschen Temperaturen unter 0 °C
- Im Winter treten Tiefsttemperaturen von bis zu −28 °C auf
- Das Jahrestemperaturmittel beträgt 2,9 °C
- 1.610 Millimeter Niederschlag pro Jahr
- Die höchste gemessene Windgeschwindigkeit betrug 263 km/h
Flora
Aufgrund des rauen Klimas ist der Brocken ein Lebensraum seltener Arten. Der Brockengipfel gehört zur subalpinen Vegetationszone. Seine Flora und Fauna sind vergleichbar mit denen von Nordskandinavien und den Alpen. Der Brockengipfel liegt oberhalb der Waldgrenze, so dass allenfalls sehr kleinwüchsige Fichten dort zu finden sind. Hauptsächlich findet sich dort eine Zwergstrauchheide. Im 1890 gegründeten Brockengarten wird die Flora von Nationalpark-Mitarbeitern gehegt und in regelmäßigen Führungen Besuchern gezeigt. Dort werden nicht nur Pflanzen des Brockens gezeigt, sondern auch Hochgebirgsgewächse aus anderen Regionen und Ländern.
Zu den typischen Arten am Brocken, die man in Norddeutschland sonst nicht oder kaum findet, gehören ab einer Höhe von etwa 1.050 m ü. NN die Brockenblume oder Brockenanemone genannte Kleine Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina subsp. alba), Habichtskräuter wie das Brockenhabichtskraut (Hieracium negrescens) und das Alpenhabichtskraut (Hieracium alpinum), Ruchgräser (Anthoxanthum), der Frauenmantel (Alchemilla), die Blutwurz (Potentilla tormentilla), der Alpenflachbärlapp (Diphasiastrum alpinum), die Flechte Isländisches Moos (Cetraria islandica) und die Rentierflechte (Cladonia rangiferina). Die Krähenbeere wird hier auch Brockenmyrte genannt.
Auf den Hochmoorflächen rund um den Brockengipfel findet man beispielsweise Wollgras, Sonnentau und die Zwergbirke (Betula nana).
Fauna
Auch einige Tierarten haben sich an die Lebensbedingungen auf dem Brocken angepasst. So brüten im Gipfelbereich der Wasserpieper (Anthus aquaticus) sowie die Ringdrossel.
Die Bergeidechse tritt am Brocken mit einer eigenen, dunkel gefärbten Variante auf, Lacerta vivipara aberr. negra. Auch den Grasfrosch (Rana temporaria) findet man dort. Insekten sind sehr zahlreich. Man findet besonders viele Käfer, beispielsweise Laufkäfer wie Amara erratica, und Hunderte Arten Schmetterlinge. Der Kohlweißling hat hier pro Jahr nur eine Generation, während es im Tiefland zwei sind.
Zu den glazialrelikten Säugetier- und Vogelarten gehören die Nordfledermaus (Eptesicus nilssoni), die Alpenspitzmaus (Sorex alpinus) und die Ringdrossel.
Besteigung, Bebauung und Nutzung
Die erste nachweisliche Besteigung des Brockens geschah im Jahr 1572. Der Nordhäuser Arzt Johannes Thal beschrieb in einem Buch erstmalig die Flora des Brockens. Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, zu dessen von ihm regierten Grafschaft Wernigerode der Brocken gehörte, ließ 1736 auf dem Gipfel das so genannte Wolkenhäuschen und auf der nach seinem Sohn Heinrich Ernst benannten Heinrichshöhe ein Unterkunftshaus zum Schutz der Brockenreisenden erbauen. Das erste Gasthaus unmittelbar auf der Brockenkuppe wurde 1800 erbaut.
Carl Friedrich Gauß nutzte 1821-1825 die Blickverbindung zum Hohen Hagen und zum Großen Inselsberg für die Vermessung eines großen Dreiecks. Eine Höhenvermessung des Brocken durch den preußischen Generalstab ergab 1850 die auch heute noch gültige Höhe von 1.141,1 m ü. NN.
Am 23. Juli 1859 brannte das Brockenhaus nieder. 1862 wurde das neue Brockenhotel eingeweiht. Der Göttinger Professor Albert Peter richtete 1890 auf dem Berg den Brockengarten als den ersten deutschen Alpengarten ein. Die Fläche von 4.600 m2; wurde vom Fürstenhaus Stolberg-Wernigerode als Eigentümer kostenlos zur Verfügung gestellt.
Die schmalspurige Brockenbahn...
wurde am 27. März 1899 eröffnet. Der Brockenbahnhof ist heute mit 1.125 m ü. NN einer der höchstgelegenen Bahnhöfe in Deutschland. Die Spurweite beträgt 1000 mm.
Im Jahr 1935 gelang die erste Fernsehübertragung vom Brocken mit einem mobilen Sender. Im Jahr darauf wurde der erste Fernsehturm der Welt auf dem Berg erbaut. 1937 wurde der Brocken zusammen mit Wurmberg, Achtermann und Acker-Bruchberg zum Naturschutzgebiet Oberharz erklärt.
Der Bau der ersten Wetterwarte auf dem Brocken erfolgte 1895. Technisch dürftig und zu klein, wurde sie 1912 teilweise abgerissen und durch einen großen steinernen Anbau ergänzt, der erst im Ersten Weltkrieg als Hellmann-Observatorium fertig wurde. Als Akademiker und Naturfreund übernahm der Subdirektor Georg Grobe 1917 den Beobachtungsposten, auf dem ihn seine Tochter bis zu seinem Tode 1935 unterstützte. „Nach dem Tod des ausgezeichneten Beobachters Grobe trat sofort die Berg-Kalamität ein: Es fand sich kein dauernder Beobachter für den Brocken. Das überwand man nur durch Entsendung von wissenschaftlichen Beamten.“ Die heutige Wetterwarte nahm 1939 ihren Betrieb auf.
Bei einem Luftangriff der US-Luftwaffe wurde das Brockenhotel am 17. April 1945 durch Bomben zerstört. Von 1945 bis zum April 1947 war der Brocken durch Truppen der USA besetzt. Danach erfolgte im Zuge eines Gebietsaustausches (Festlegungen der Jalta-Konferenz) die Übergabe an die Sowjetische Besatzungszone. Die Ruine des Brockenhotels wurde 1949 gesprengt. Von 1948 bis 1959 war eine Teilfläche des Brockens wieder für Touristen zugänglich, allerdings mit Passierschein. Die Vergabe von Passierscheinen wurde großzügig gehandhabt. Ab August 1961 wurde der Brocken, der im unmittelbaren Grenzgebiet der DDR zur Bundesrepublik Deutschland lag, zum militärischen Sperrgebiet erklärt und war somit für die Bevölkerung nicht mehr zugänglich. Der Gipfel wurde militärisch stark ausgebaut. Die Sicherung des Areals oblag den Grenzsoldaten der 7. Grenzkompanie Schierke, die in Zugstärke auf dem Gipfel stationiert waren. Als Unterkunft diente ihnen der Brockenbahnhof.
1987 wurde der Verkehr mit Güterzügen zum Brocken aufgrund des schlechten Gleiszustandes eingestellt.
Der Brocken wurde umfangreich für Überwachungs- und Spionagezwecke genutzt. Auf dem Gipfel befanden sich zwei große und leistungsfähige Abhöranlagen. Eine gehörte dem sowjetischen Militärgeheimdienst GRU und war damit zugleich der westlichste Vorposten Moskaus, die andere war der Hauptabteilung III. des Ministerium für Staatssicherheit der DDR unterstellt. Die Objekte trugen die Tarnnamen „Jenissej“ und „Urian“.
Mit der deutschen Wiedervereinigung wurden ab 1990 schrittweise die Grenzsicherungsanlagen sowie die militärischen Anlagen abgebaut. Der letzte russische Soldat verließ den Brocken am 30. März 1994.
Die Brockenkuppe wurde mit Millionenaufwand renaturiert. Sie ist heute ein beliebtes touristisches Ziel für Harzbesucher.
Name und Deutung
Eine verbreitete Bezeichnung für den Brocken bildete sich erst gegen Ende des Mittelalters heraus. Vorher wurde der Harz als Ganzes aufgefasst. Das hatte in erster Linie den Grund, dass bis dahin der Bergbau im Mittelpunkt stand. Eine der ersten Erwähnungen, die der heutigen Bezeichnung ähnelt, findet sich jedoch bereits im Jahr 1176 in der „Sächsischen Weltchronik“ als „broke“ Eine andere frühe schriftliche Erwähnung des Berges erscheint im Jahr 1490 in einem Brief von Graf Heinrich zu Stolberg als „Brackenberg“. Weitere frühere eigentliche und urkundliche Bezeichnungen des Brockens sind 1401 Brockenberg, 1424 Brocberg, 1495 mons ruptus (lat.), 1511 Brogken, Brockin, 1531 Brogken, 1540 Brokenberg, 1589 Brackenberg. Auf dem Brocken soll sich in alt-sächsisch-germanischer Zeit ein großes Wodansbild befunden haben. Auf den Steinblöcken des Brockengipfels wurden von den Sachsen Tier- und Menschenopfer dem höchsten Gott Wodan dargebracht, dem sie während der Christianisierung durch Karl den Großen in Form von Taufgelübden abschwören mussten.
Für die Herkunft des Namens gibt es verschiedene Deutungsansätze: Im Stadtbuch von Osterwieck findet sich in einem Eintrag aus dem Jahr 1495 für den Brocken die lateinische Bezeichnung „mons ruptus“, was übersetzt „zerbrochener Berg“ bedeutet. Auch die niederdeutsche Bezeichnung „broken“, wie sie abgewandelt für den Berg im Jahr 1176 in der „Sächsischen Weltchronik“ erwähnt wurde und ebenfalls im Englischen verwendet wird, bedeutet „gebrochen“. Einerseits kann diese Erklärung auf die Deutung zurückgeführt werden, dass die beiden Berge „Kleiner Brocken“ und „Großer Brocken“ aus einem Massiv durch Auseinanderbrechen entstanden sind. Andererseits kann die Begründung auf die ehemals starke Erosion des Berges zurückgeführt werden. So ist der Brocken bis auf seine heutige Größe zusammengebröckelt.
Naheliegend ist die Ableitung des Namens aus der Gestalt des gesamten Berges. Ein „Brocken“ ist ein großes, unförmiges Gebilde. Das Ausmaß des Brockens könnte ihm somit seinen Namen gegeben haben. Da der Begriff „Block“ ähnlich definiert ist, kann mit diesem Ansatz auch die Bedeutung der Bezeichnung „Blocksberg“ herleiten. Der wahre Ursprung des Namens Blocksberg ist allerdings nicht in „Block“ im Sinne von „Gebilde“ zu sehen, sondern in der Bedeutung des Ausdrucks „Block“ oder „Klotz“ für das Hexenwesen.
Einer anderen These zufolge ist der Name „Brocken“ von „Bruch“ abgeleitet, womit in Norddeutschland Moore bezeichnet werden. Früher waren dafür die Schreibweisen „Bruoch“ und „Brok“ verbreitet. Es wird jedoch bezweifelt, dass diese Tatsache vorrangig für die Namensgebung verantwortlich war.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Name von den auf dem Gipfel und den Hängen liegenden Felsbrocken abgeleitet wurde. Dass diese Deutung für den Brocken zutrifft, ist jedoch unwahrscheinlich, da sich auch bei anderen Bergen des Harzes solche Gesteinsbrocken finden. Außerdem waren die betreffenden Regionen zu der Zeit, als der Begriff geprägt wurde, kaum bekannt.
Eine weitere Vermutung stützt sich auf eine Bezeichnung in einem Brief aus dem Jahr 1490 von Graf Heinrich zu Stolberg-Wernigerode. Darin verwendete er den Ausdruck „Brackenberg“. Eine Deutung auf abgestandenes, zur Nutzung ungeeignetes Holz, wie es als „Bracken“ bezeichnet wurde, ist jedoch umstritten.
Sagen
Der Brocken wird im Volksmund auch Blocksberg genannt und ist von vielen Sagen umwoben.
Heinrich Pröhle sammelte seit 1851 auf Wunsch seines Lehrers Jakob Grimm Sagen und Märchen aus dem Harz. Er promovierte im Jahr 1855 in Berlin mit einer Arbeit über die Sagen des Brockens.
Seit der Zeit der Hexenverfolgungen wurden Angeklagten in den Hexenprozessen die Teilnahme an geheimen Hexenversammlungen beziehungsweise dem Hexensabbat, beispielsweise in der Walpurgisnacht, vorgeworfen. Der Brocken wurde 1540 erstmals als ein solcher Treffpunkt und als einer der Hexentanzplätze bezeichnet. Da sich die Bezeichnung „Hexe“ erst im 16. Jahrhundert verbreitete, finden sich auch ältere, dem heutigen Verständnis von Hexen sehr ähnliche Beschreibungen über unterschiedliche Gestalten, die zum „Blocksberg fahren und dort ihre Versammlung haben“. So bringt man den Brocken bereits in einem Gedicht um das Jahr 1300 als Sammelplatz von „Geisterwesen“ in Verbindung.
Zu den vielen Sagen trug vielleicht bei, dass an der Spitze an über 300 Tagen im Jahr Nebel auftritt. Dadurch sind seltene optische Effekte wie Halos und vor allem das sogenannte Brockengespenst zu beobachten, welches den Wanderern Schrecken einjagt. Beschrieben wurde dieses Phänomen unter anderem von Goethe, der dreimal den Brocken bestieg. Seine erste Besteigung des Berges fand im Winter 1777 statt und gilt als die erste Winterbesteigung des Brockens überhaupt.
Tourismus
Heute pendelt mit der Brockenbahn wieder eine Schmalspurbahn zwischen Wernigerode, Drei Annen Hohne, Schierke und dem Brocken. Die Züge sind regelmäßig mit Dampflokomotiven bespannt. Das Gebiet um den Brocken ist insbesondere bei Wanderern beliebt. Schon Goethe bestieg den Brocken. Daher hat der „Goetheweg“, der von Torfhaus zum Gipfel führt, seinen Namen. Aber auch Mountainbiker nutzen die Wanderwege.
Auf dem Gipfel befinden sich das Brockenhaus mit einem Museum zur Geschichte des Berges und Brockengarten (botanische Anlage), welche vom Nationalpark Harz betreut werden. Des Weiteren finden sich Restaurants und das Brockenhotel, welche vom Brockenwirt Hans Steinhoff bewirtschaftet werden. Bedeutende Wirte der Vergangenheit waren Johann Friedrich Gerlach von 1801 bis 1834, Carl Eduard Nehse zwischen 1834 und 1850, der 1849 eine Brockenkarte und 1850 das „Brockenstammbuch“ herausbrachte, sowie Rudolf Schade von 1908 bis 1927, der die Bekanntheit und den technischen Ausbau der Gastwirtschaft auf dem Brocken erheblich steigerte.
Von Schierke aus führt eine asphaltierte Straße auf den Gipfel, die unter anderem mit Pferdefuhrwerken befahren wird, aber auch von Touren- und Rennradfahrern genutzt wird. Aufgrund der Lage im Nationalpark dürfen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor dort nur mit Sondergenehmigung verkehren. Der marode Straßenbelag wird zur Zeit erneuert, weshalb die Straße bis voraussichtlich Ende 2011 abschnittsweise für Fußgänger und Radfahrer gesperrt wird. Die ausgewiesenen Umgehungen des jeweiligen Baustellenabschnitts sind nur für Fußgänger und Mountainbikes geeignet.
Viele Wanderwege führen in die benachbarten Orte Schierke, Braunlage und Sankt Andreasberg. Vom Brocken aus führt der 100 km lange Harzer Hexenstieg Richtung Osten nach Thale sowie Richtung Westen über Torfhaus und Altenau nach Osterode. Der „Bad Harzburger Teufelsstieg“ führt vom Brocken nach Bad Harzburg.
Als besonderes Original gilt der Träger der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt, Benno Schmidt (* 1932) – genannt Brocken-Benno – aus Wernigerode, der den Berg seit 1989 fast täglich besteigt und mit mehr als 5.000 Besteigungen (Stand Mai 2007) ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen wurde.
Quelle: Wikipedia-Brocken
